Mittwoch, 2. Juni 2021

Bücher Neuzugänge

 


Sterbetag Rezension

 


Quelle von Goldmann  und Amazon

Psychothriller
Erscheinungstermin: 16. März 2020
416 Seiten, 12,5 x 18,7 cm


Inhalt

Lisa war 16 und hochschwanger, als sie entführt wurde. Doch eines war sie nie: ein Opfer. Eine Fehleinschätzung, die ihre Entführer – brutale Handlanger eines internationalen Verbrecherrings – mit dem Leben bezahlten. 18 Jahre später ist aus dem Mädchen eine Frau geworden, ein eiskalter Racheengel, der nicht ruhen wird, bis diese Organisation vollständig zerschlagen ist. Lisa hat ihre Vergeltung minutiös geplant – und der Tag der Abrechnung naht: alle 20 Jahre unterwirft der Drahtzieher im Hintergrund zwei Frauen einem grausamen Ritual. Hier will Lisa ihn stellen. Doch dieses mörderische Spiel fordert einen hohen Einsatz: ihr Leben.

Mit ihren „Kollegen“, Ermittlern, Robert Liu und Lola, ist sie jener Organisation auf der Spur, seit langen Jahren bereits, die im Alltag junge Frauen an solvente Kunden verhökern und dabei Leichen nicht scheuen. Jener Organisation, deren Führer, nur „Eminenz“ genannt, Unsummen an alle dem verdient und sich in einem festgelegten Ritual dann eben auch seine „ganz persönliche Freude“ hier und da nimmt.

Dass dabei Lisas Mutter eine gewichtige Rolle spielte in der Vergangenheit, Hilfen ebenso wie Gefährdungen von unerwarteten Seiten unverhofft in den Ablauf des Thrillers treten und das ganze mit Anlauf dann in einem krachenden Finale enden, in dem die Mittel, die zum Tod führen, auch gute Nerven beim Leser Verlagen, gibt dem neuen Thriller von Shannon Kirk dann die rechte Würze und die ein oder andere überraschende Wendung zum Ende hin dann noch.
Wobei Kirk den Spannungsbogen eher langsam aufbaut, sich in Ruhe ihrem „personal“ und deren Lebensgeschichten zuwendet und damit dem Leser zumindest zu den drei Ermittlern eine gewisse Nähe gut ermöglicht. Was auch durch die verschiedenen Perspektivwechsel gelingt, in denen der Leser die „Welt“ je aus den Augen einer der drei Ermittlerfiguren sieht.

Fazit: Ein gelungener Psychothriller




Das Spiel Rezension

Thriller
Erscheinungstermin: 27. Juli 2020
480 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

 Quelle von  Penguin und Amazon

Inhalt:

Als Mavie während einer Party auf ihr cooles, im Dunkeln leuchtendes Tattoo angesprochen wird, hält sie das für einen Scherz. Doch dann sieht sie es im Lichtstrahl der Tanzfläche mit eigenen Augen und gerät in Panik: Woher kommt der Skorpion auf ihrer Haut? Mavie ahnt nicht, dass das Zeichen sie zur Zielscheibe eines perfiden Spiels macht.

Zur gleichen Zeit übernehmen die Ermittler Inga Björk und Christian Brand den Fall einer brutal im Wald ermordeten Joggerin. Noch wissen sie nicht, dass dies erst der Anfang einer grausamen Mordserie ist. Und dass sie nur eine Chance haben, diese zu stoppen: Sie müssen die Seiten wechseln – und das tödliche Spiel mitspielen …


Eigene Meinung

Leider haben mir schon die Charaktere nicht zugesagt. Mit Björk wurde ich nicht warm. Sie ist sehr distanziert und wirkt eiskalt und emotionslos.
Brand scheint die ganze Zeit auf einem Egotrip zu sein. Ballert rum und denkt er wäre Superman. WItzig, dass er das irgendwann einem Kollegen vorwirft, er selber ist ja nicht besser.
Mavie war mir noch am sympathischsten, doch leider verhält sie sich manchmal total offensichtlich unvernünftig. Gerade gegen Ende hin habe ich ihre Handlungen nicht nachvollziehen können.

Spannung kam schon auf, was auch an der Abwechslung durch die vielen verschiedenen Handlungssträngen liegt. Das fand ich wirklich gelungen. Es wurde bei keinem langweilig durch die schnellen Wechsel. Allerdings haben die oft gestelzt wirkenden Dialoge vieles wieder kaputt gemacht.

Das Spiel an sich fand ich auch gelungen, aber die Umsetzung eher weniger. Man erfährt für meinen Geschmack zu wenig über das Spiel an sich und die anderen Spieler im Darknet. Die Morde wurden wiederum gut in die Geschichte eingearbeitet.

Das Ende allerdings ist auch der letzte Ausschlag dafür, nur eine mittelmäßige Bewertung abzugeben.
Es kam zu schnell, war zu komplex für die wenigen Seiten, die noch geblieben sind und so musste vieles in einem kleinen "Epilog" erklärt werden. Sowas kann manchmal gut gehen, aber meistens, so wie hier, zeugt es eher von mangelnder Hinweisstreuung im kompletten Buch. Sowas kann man sich als Leser nicht zusammenreimen und dann finde ich es wieder blöd, da ich gerne auch ein bisschen selber überlege. Wer, warum und wie der oder die Täter war/waren, war für mich selbst danach nicht zufriedenstellend und schlüssig. Für mich war es ein unbefriedigendes Ende, was sich schnell aus den Fingern gesaugt wurde.

Fazit
Mich konnte die Geschichte leider nicht packen und das Ende gefällt mir überhaupt nicht. Als Einstieg in eine Ermittlerduo-Reihe ist es meiner Meinung nach sehr misslungen, da beide keine Sympathiepunkte gesammelt haben und auch zusammen kein tolles Team abgeben.



Die Wälder Rezension

 


Thriller
Erscheinungstermin: 27. Dezember 2019
432 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

Quelle von BtB und Amazon

Inhalt:

Meine Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte .

Meinung Als ich das Buch gelesen habe, war ich etwas überrascht. Bisher habe ich nur ein Buch von Melanie Raabe gelesen, den Thriller "Der Schatten". An dem Vorgänger hat mir der Schreibstil, einen Thriller wie einen Film Noir zu schreiben, unglaublich gut gefallen. Die Heldin Nora schwebt den ganzen Roman über in einem Zustand der absoluten Melancholie und des Verlorenseins. Wunderbar erfrischend in einer glänzenden Instagram-Selbstoptimierungswelt. "Die Wälder" ist dagegen ganz anders. Kurze Kapitel, schnelles Erzählen, immer wieder Cliffhanger, was mich vom Erzählstil her ein wenig an Fitzek erinnert hat. Es ist auf jeden Fall kommerzieller, massentauglicher als "Der Schatten" und wird der Autorin vermutlich eine neue Leserschaft einbringen, die sich bisher noch nicht an ihre Werke getraut hat. Ich kann verstehen, dass dieser neue, andere Schreibstil für die alteingesessene Leserschaft gewissermaßen ein Schock ist. Gleichzeitig denke ich, wo sonst kann man sich selbst ausprobieren, neue Wege und Erzählstile ausprobieren, als im kreativen Bereich? Ich finde es völlig legitim, dass die Autorin etwas Neues ausprobieren möchte, mit der Sprache spielt. Wenn sie sich demnächst vielleicht vornimmt, einen Liebes- oder Fantasyroman zu schreiben, warum nicht? Nicht jedes Buch kann jedem Leser gefallen und das ist völlig in Ordnung.


Ich habe das Buch binnen weniger Tage gelesen und war bis zum Schluss gut unterhalten, auch wenn das Ende etwas vorhersehbar, wenn auch nicht typisch für einen Thriller war. Der Schrecken beginnt im Kopf. Die Monster, welche wir in unserer Kindheit und Jugend erschaffen, verfolgen uns oft ein ganzes Leben lang, bis wir uns mit ihnen auseinandersetzen. Ebensolches durchlebt die Protagonistin Nina und ihr Freund David in dem Buch. Über alldem steht die Frage, was ihr gemeinsamer Freund Tim in den Wäldern gefunden hat und wie diese Entdeckung mit dem Verschwinden seiner Schwester Gloria zusammenhängt. "Die Wälder" ist ein Entwicklungsroman und ein Thriller gleichermaßen. Denn neben der Aufklärung des spurlosen Verschwindens geht es in dem Roman vor allem um Freundschaft.

Autorin:
MELANIE RAABE wurde 1981 in Jena geboren. Nach dem Studium arbeitete sie tagsüber als Journalistin  und schrieb nachts heimlich Bücher. 2015 erschien DIE FALLE, 2016 folgte DIE WAHRHEIT, 2018 DER SCHATTEN, 2019 DIE WÄLDER. Ihre Romane werden in über 20 Ländern veröffentlicht, mehrere Verfilmungen sind in Arbeit. Seit 2019 betreibt Melanie Raabe zudem gemeinsam mit der Künstlerin Laura Kampf einen erfolgreichen wöchentlichen Podcast rund um das Thema Kreativität, „Raabe & Kampf“. 2020 erschien ihr erstes Sachbuch: KREATIVITÄT - Wie sie uns mutiger, glücklicher und stärker macht. 2021 folgte ihr Text über LADY GAGA in der KiWi Musikbibliothek.
Melanie Raabe lebt und arbeitet in Köln.