Freitag, 2. Juni 2017

Geständnisse Rezension



Quelle von C Bertelsmann und Amazon 



Produktinformation

Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (27. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570102904
ISBN-13: 978-3570102909
Originaltitel: Kokuhaku (Confessions)
Größe und/oder Gewicht: 13 x 2,7 x 20,3 cm


Inhalt:
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Meine Meinung:
Es beginnt mit der Mutter, die sich vor die Klasse stellt und an ihrem letzten Arbeitstag eine Rede hält. Nur sie selbst weiß, wer die Schuld am Tod ihrer Tochter trägt. Für mich war es sehr interessant, den doch distanzierten Umgang der japanischen Lehrerin mit ihren Schülern kennen zu lernen und andererseits zu lesen, welche Pflichten Lehrer in Japan über den Schulalltag hinaus gegenüber den Schülern haben.
Eine Vierjährige ertrinkt im Schwimmbad der Schule, nicht versehentlich. Zwei Schüler, gerade einmal dreizehn Jahre alt, sind dafür verantwortlich. Oder etwa doch nicht? Die Mutter des toten Kindes ist alleinerziehend und genau an dieser Schule als Lehrerin tätig. Sie kündigt kurz darauf ihre Anstellung und verabschiedet sich mit einer Abschiedsrede von ihren Schülern, an deren Ende sie diese mit einer schockierenden Aktion überrascht.
Während des Lesens des ersten Kapitels schoss ich mich darauf ein, dass das Buch lediglich aus der Sicht der Lehrerin erzählt wird, welche im Klassenzimmer vor ihrer Klasse steht und über den Mord an ihrer kleinen Tochter, sowie über die Täter spricht.
Ab Kapitel 2 wurde mir allerdings klar, dass die Autorin bei jedem folgenden Kapitel einen Perspektivwechsel vorsah. Dieser Aufbau über die 6 Kapitel hinweg hat mir super gefallen. Man konnte die Tat dadurch zum Beispiel auch aus der Sicht der Täter, anderer Klassenkameraden oder Familienmitgliedern betrachten.

Fazit:
Mit jedem Kapitel und jeder neuen Perspektive bekommt man als Leser neue, erschütternde Geständnisse zu lesen und vormals als feststehend empfundene Tatsachen erscheinen plötzlich in einem anderen Licht. Kanae Minato gelingt es, das Gefühl für Wahrheit nachhaltig zu erschüttern, denn niemand in diesem Roman hat die Motive, die ihm die anderen zuschreiben. Warum musste Manami sterben? Und wer hat letztlich Schuld, wer trägt die Verantwortung? Die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld, Opfer und Täter verschwimmen zunehmend und als Leser blättert man einfach nur atemlos immer eine weitere Seite um. Bis zum überraschenden Finale! Unbedingt lesen!



Autorin:
Kanae Minato, geboren 1973 in Japan, begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem Bestseller "Geständnisse", der erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Romane und Kurzgeschichten wurden vielfach ausgezeichnet.

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